Konfektionierung eines Deckensegels mit Einhängehaken in der Ellermann-Manufaktur

Sprinklertaugliche Deckensegel für den Messebau

Warum Deckensegel im Messebau so gefragt sind

Messestände konkurrieren um Aufmerksamkeit – und die Decke ist dabei oft das unterschätzte Gestaltungselement. Ein gut geplantes Deckensegel leistet gleich mehreres: Es grenzt den Stand nach oben ab und schafft ein Gefühl von Räumlichkeit. Es verbirgt technische Infrastruktur wie Kabelkanäle, Stromschienen und Traversenstrukturen. Und es verbessert die Fernsichtbarkeit in der Halle, weil der Stand als geschlossene Einheit wahrgenommen wird.

Ohne Deckensegel wirken selbst hochwertig gestaltete Stände nach oben hin offen und unfertig. Besucher blicken in die Hallentechnik statt in eine durchdachte Markenwelt. Gerade bei Systemmesseständen, die in der Regel ohne massive Deckenkonstruktionen auskommen, sind textile Deckenlösungen daher unverzichtbar.

Das zentrale Thema: Sprinklertauglichkeit

In nahezu allen deutschen Messehallen sind Sprinkleranlagen installiert. Die Technischen Richtlinien der großen Messegesellschaften – von Frankfurt über München und Stuttgart bis Hannover – regeln klar, was über dem Messestand erlaubt ist und was nicht.

Die Kernregel lautet: Standüberdachungen dürfen die Funktion der Sprinkleranlage nicht beeinträchtigen. Im Brandfall müssen Rauch und Wärme ungehindert aufsteigen können, und das Löschwasser muss frei durch die Deckenbespannung hindurchfallen – ohne sich zu stauen oder abgelenkt zu werden.

Geschlossene Deckenflächen sind ab einer bestimmten Größe (in der Regel 30 m²) nur mit eigener Sprinkleranlage zulässig. Textile Deckensegel aus sprinklertauglichem Material bieten hier die elegante Alternative – sie schaffen den gewünschten optischen Abschluss und erfüllen gleichzeitig die Auflagen.

Die wichtigsten Vorschriften im Überblick

DIN 4102 B1: Die Grundvoraussetzung für alle Materialien im Messebau. Der Stoff muss schwer entflammbar sein. Bei Baumwollgeweben wird dies durch eine Flammschutzimprägnierung erreicht, bei Polyester-Geweben durch dauerhaft schwer entflammbare Fasern (z. B. Trevira CS).

VdS-Richtlinie CEA 4001: Die Richtlinie des VdS (Verband der Sachversicherer) definiert die Anforderungen für Materialien unter Sprinkleranlagen. Viele Messen verlangen VdS-geprüfte Sprinklernetze. Eine allgemeine VdS-Zulassung für Gittertülle liegt häufig nicht vor – die Eignung muss im Einzelfall durch die zuständige Brandschutzstelle geprüft werden.

Mindestmaschenweite: Die meisten Hallenrichtlinien verlangen eine Maschenweite von mindestens 2 × 4 mm oder 3 × 3 mm, damit das Löschwasser ungehindert durchdringt.

Montageposition: Sprinklertaugliche Decken sind zwischen Hallensprinkler und Boden anzubringen. Die Gewebeplane muss horizontal und einlagig gespannt sein.

Materialien für sprinklertaugliche Deckensegel

Baumwollgittertüll

Das Standardmaterial für sprinklertaugliche Deckensegel im Messebau. Ein offenmaschiges Gittergewebe aus 100 % Baumwolle mit ca. 90 g/m². Die Gitterstruktur ermöglicht den freien Durchlass von Wasser und Rauch, während das Gewebe aus normaler Betrachtungshöhe einen nahezu geschlossenen Eindruck erzeugt. Flammhemmend imprägniert (B1 nach DIN 4102) und in Überbreiten bis 500 cm erhältlich. Typische Lieferfarben: Schwarz und Weiß.

Sprinklernetze aus Polyester (Trevira CS)

Für Anwendungen mit höheren Anforderungen an Langlebigkeit und dauerhafte Schwer-Entflammbarkeit. Diese Gewebe verlieren ihren Brandschutz auch nach Wäschen nicht und eignen sich besonders für den wiederholten Einsatz über viele Messezyklen.

Architektentüll

Feiner gewebte Varianten für einen besonders homogenen, fast geschlossenen Eindruck. Ideal wenn die optische Wirkung im Vordergrund steht – etwa bei hochwertigen Markenständen oder Sonderinszenierungen.

Konfektionierung: So wird aus Stoff ein funktionierendes Deckensegel

Die Konfektionierung entscheidet darüber, ob ein Deckensegel zuverlässig funktioniert: ob es sich sauber spannen lässt, ob es zum jeweiligen Standbausystem passt und ob es wiederverwendet werden kann.

Einhängehaken mit Gummiband

Die schnellste Montagelösung für Systemmessestände. Die Haken werden mit Gummibändern am Segelrand konfektioniert und direkt in die Zargen oder Profile eingehängt. Das Gummiband gleicht Toleranzen aus und sorgt für gleichmäßige Spannung. Besonders geeignet für Syma, Octanorm und andere Profilsysteme. Montage werkzeuglos in wenigen Minuten.

Ösen mit Randverstärkung

Die klassische und vielseitigste Befestigungsvariante. Metallösen im verstärkten Rand ermöglichen die Befestigung mit Kabelbindern, S-Haken oder Seilen an Traversen und Abhängepunkten. Bei Textilmaterialien wird ein Besatzband aufgenäht, das die Öse trägt und den Stoff vor dem Ausreißen schützt. Besonders geeignet für Traversensysteme (Prolyte, Astra) und konventionelle Konstruktionen.

Keder (Kederwulst)

Ein Kunststoffwulst im Saum des Segels, der in eine Kederschiene eingeführt wird. Erzeugt eine besonders saubere, faltenfreie Spannung. Gängige Durchmesser: 7,5 mm, 8,5 mm, 10 mm und 12 mm. Besonders geeignet für Spannrahmensysteme und konventionelle Standbauten mit integrierter Kederschiene.

Hohlsaum

Ein umgenähter Saum für Stangen, Rohre oder Seile. Ermöglicht gleichmäßige Verteilung der Zugkräfte. Besonders geeignet für Rohr- und Stangensysteme sowie einfache Traversenabhängungen.

Spanngummi-Konfektionierung

Durchlaufende Spanngummis am Rand erzeugen eine gleichmäßige, elastische Spannung und verzeihen Maßtoleranzen. Besonders geeignet für flexible Standkonfigurationen mit wechselnden Größen.

Klettband und verstärkter Saum

Klettband ermöglicht werkzeuglose Montage, besonders bei Systemen mit Textilbespannung. Ein verstärkter Saum ohne feste Befestigungselemente dient als Basis für individuelle Montage vor Ort.

Systemkompatibilität

Professionelle Deckensegel werden exakt auf das jeweilige Standbausystem zugeschnitten. Die gängigsten Systeme:

Syma – Bewährtes Schweizer Profilsystem seit den 1960er-Jahren. Deckensegel werden mit Einhängehaken in die standardisierten Zargen eingehängt.

Octanorm – Deutscher Marktführer mit weltweiter Präsenz. Verschiedene Befestigungsmöglichkeiten von Klinkenverschlüssen über Zargenaufnahmen bis zu Kederschienen.

Mero – Spezialisiert auf Raumfachwerk und großflächige Standüberbauungen.

Traversensysteme (Prolyte, Astra u. a.) – Offene Deckenkonstruktionen aus Aluminium-Traversen mit Befestigung durch Ösen oder Kabelbinder.

Konventioneller Standbau – Individuelle Stände aus Holz, Metall oder Mischkonstruktionen mit Keder-, Ösen- oder Klettbefestigung.

Farben und optische Wirkung

Weiß erzeugt eine helle, offene Atmosphäre und reflektiert die Hallenbeleuchtung. Ideal für Stände, die Leichtigkeit und Großzügigkeit vermitteln sollen.

Schwarz lässt die Deckenebene optisch verschwinden und lenkt den Blick auf den Standinhalt. Besonders wirkungsvoll bei fokussierter Beleuchtung und hochwertigen Exponatpräsentationen.

Worauf es bei der Bestellung ankommt

Für die Konfektionierung eines passenden Deckensegels benötigen wir: das eingesetzte Standbausystem, die Feldmaße (lichte Maße zwischen den Profilen), die gewünschte Befestigungsart, die Farbe und den Einsatzort. Auf Basis dieser Angaben fertigen wir die Deckensegel maßgenau und liefern sie einbaufertig – inklusive aller Befestigungselemente und der Brandschutz-Dokumentation.

Made by Riffmax & Powered by Webflow